A 47 III Lutherisches Konsistorium zu Heiligenstadt, 1673-1817 (Bestand)[Benutzungsort: Wernigerode]

Archivplan-Kontext

 

Angaben zur Identifikation

Signatur:A 47 III
Benutzungsort:Wernigerode
 

Form-/Inhaltsangaben

Titel:Lutherisches Konsistorium zu Heiligenstadt
Laufzeit/Datum (detailliert):(1673) 1679 - 1817
Laufmeter:5,20
Findhilfsmittel:Findbuch von 2005/06 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Nach dem Anfall des Eichsfelds an Preußen wurden der am 3. November 1803 eröffneten Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt auch die Konsistorialaufgaben in ihrem gesamten Wirkungsbereich, also außer auf dem Eichsfeld auch in Nordhausen, Mühlhausen, Erfurt und Blankenhain, zugeordnet. Die Bearbeitung der Geschäfte oblag dem neu berufenen Generalsuperintendenten im Rahmen der Kammer, zur Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten trat ihm ein Kriegs- und Domänenrat mit juristischer Vorbildung zur Seite.

Diese Kammer bearbeitete als "Landeskonsistorium" sämtliche Kirchen- und Schulsachen der Lutheraner und besaß auch die Aufsicht über die Kirchen und Schulen. Allerdings blieben das bisherige Konsistorium in Blankenhain sowie die geistlichen Stadtministerien in Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen als Mediatkonsistorien erhalten.

Während in der westphälischen Zeit die Kriegs- und Domänenkammer aufgelöst wurde, blieb das Konsistorium erhalten. In seinem Sprengel traten jedoch erhebliche Veränderungen ein. Die Mediatkonsistorien in den unter direkter französischer Verwaltung stehenden Städten Erfurt und Blankenhain wurden selbstständig. Dafür dehnte sich die Zuständigkeit des Landeskonsistoriums nun auch über das ehemals gräfliche Konsistorium zu Neustadt und das ehemalige Amt Walkenried aus, welches zuvor zum Konsistorium Blankenburg gehört hatte. Allerdings beschränkten sich die Aufgaben der Behörde nun auf die Aufrechterhaltung der Disziplin, die Verwaltung der Kirchengüter und der Almosengelder sowie die Examinierung und Präsentation der Kandidaten für die geistlichen Ämter.

Die Auflösung des westphälischen Staates hatte die Wiederherstellung des Zustandes von 1806 zur Folge, allerdings wurde Blankenhain und damit auch das dortige Konsistorium an Sachsen-Weimar-Eisenach abgetreten. 1816 wurde dann die Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt zugunsten der neuen preußischen Verwaltungsgliederung aufgelöst. Die Funktionen des Landeskonsistoriums wurden auf das Konsistorium Magdeburg und die Regierung Erfurt verteilt.Daher beziehen sich die Überlieferungen dieses Bestandes überwiegend auf die Jahre zwischen 1803 und 1816.
Bestandsinformationen:Die Registratur des Konsistoriums bildete offensichtlich eine eigene Abteilung im Archiv der Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt. Als Vorakten nahmen sie einzelne Bestände derjenigen Konsistorialbehörden auf, die Teile ihrer Funktion an sie abgegeben hatten. Doch scheinen diese Unterlagen nach 1814 bzw. 1816 zumeist wieder an die ursprünglichen Besitzer zurückgelangt zu sein. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Akten des an Hannover abgetretenen Untereichsfelds an diesen Staat abgegeben.

Die Generalakten und der Hauptteil der Spezialia gelangten an das Archiv der Regierung zu Erfurt, wo sie als Rep. 8 aufgestellt wurden. Ein kleinerer Teil kam 1845 an das Konsistorium Magdeburg. Beide Teilbestände gelangten nach 1900 ins heutige Landeshauptarchiv, wurden dort wieder zusammengeführt und als Rep. 47 III aufgestellt.

In den Jahren 2004/2005 wurde das ca. 1840 erstellte Behördenfindbuch in eine Access-Datenbank retrokonvertiert. Im Jahr 2006 erfolgte die Revision des Bestandes, wobei neue Signaturen vergeben, einzelne Aktentitel korrigiert und die Klassifikation überarbeitet wurden. Abschließend wurde eine Behörden- und Bestandsgeschichte erstellt.

Im Dezember 2013 erfolgte die Migration der Access-Datenbank in das vorhandene Archivierungssystem.
Zusatzinformationen:Hinweise auf Literatur:

Bäsecke, Hermann: Die Einrichtung der preußischen Herrschaft auf dem Eichsfelde 1802 bis 1806, Göttingen 1905.
Kohl, Willy: Die Verwendung der östlichen Departements des Königreiches Westphalen 1807-1814, Berlin 1837.
Overmann, Alfred: Die ersten Jahre der preußischen Herrschaft in Erfurt 1802-1806, Erfurt 1902.
Wenig, Otto: Die Neuordnung der kirchlichen Verwaltung der Provinz Sachsen in den Jahren 1815-1817 und ihre Vorgeschichte, Halle 1940.

Frühere Bezeichnung des Bestandes: Rep. A 47 III.
 

Verwandte Verzeichnungseinheiten

Verwandte Verzeichnungseinheiten:siehe auch:
A 43 I Kurmainzische Regierung zu Erfurt, 1282-1850 (Bestand)

siehe auch:
A 37a Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz. Akten betr. das Eichsfeld, 1055-1804 (Bestand)

siehe auch:
A 37b I Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch andere Zentral-, Mittel- und Unterbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt, Grafschaft Gleichen und Herrschaft Kranichfeld, 1202-1817 (Bestand)

siehe auch:
A 37b III Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch sonstige Mainzer Zentralbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt (Nachtrag), 1289-1796 (Bestand)

siehe auch:
A 37b IV Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz (auch sonstige Mainzer Zentralbehörden). Akten betr. Stadt und Gebiet Erfurt, 1418-1803 (Bestand)

siehe auch:
A 47 I Preußische Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt. Akten betr. das Eichsfeld, Mühlhausen und Nordhausen, 1315-1816 (Bestand)

siehe auch (GR):
Dd 10 Amt Gispersleben, 1564-1817 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 40 I Kurmainzische Regierung zu Heiligenstadt (mit Vorbehörden), 1488-1837 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 40 II Kurmainzische Regierung zu Heiligenstadt. Protokolle, Kommissionen, 1580-1803 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 40 III Kurmainzisches Oberlandgericht zu Heiligenstadt, 1657-1820 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 39a Kurmainzische Hofkammer zu Mainz. Akten betr. das Eichsfeld, 1487-1829 (Bestand)
 

URL für diese Verz.-Einheit

URL:http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=5696
 
 
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