01. Territoriale Vorgänger der preußischen Provinz Sachsen (902 - 1807/16) (Tektonikgruppe)

Archive plan context


Identifikation

Signatur:01.

Form-/Inhaltsangaben

Titel:Territoriale Vorgänger der preußischen Provinz Sachsen (902 - 1807/16)
Bestandsinformationen:Die Abteilung Magdeburg des Landesarchivs Sachsen-Anhalt steht in direkter Nachfolge des 1823 für die preußische Provinz Sachsen errichteten Provinzialarchivs, das zunächst die Überlieferung der Vorgängerterritorien dieser 1816 gebildeten Provinz in sich aufnahm. Diese auch „Altes Archiv“ genannte Überlieferung wird heute an den Standorten Magdeburg und Wernigerode archiviert und umfasst Urkunden, Amtsbücher und Akten. Wenngleich die Akten- und besonders die urkundliche Überlieferung dieser Territorien wiederholt und in weit stärkerem Maße umgruppiert wurden als die neueren Archivalien, sind doch die Verwaltungsstrukturen der Vorgängerterritorien für die auf sie zurückgehenden Archivbestände sehr wichtig:
Quedlinburg, Halberstadt und Magdeburg waren über Jahrhunderte selbstständige geistliche, die Harzgrafschaften relativ selbstständige weltliche Territorien mit eigenen Oberbehörden oder zumindest Verwaltungsspitzen. Das Eichsfeld und das Erfurter Gebiet bildeten Glieder des Kurfürstentums Mainz mit teils regional, teils überregional zuständigen Mittelbehörden. Der Süden und Südosten der neuen Provinz waren aus dem Königreich Sachsen herausgelöst worden, das sich schon als Kurfürstentum verwaltungstechnisch durch große und mit vielen Kompetenzen ausgestattete Ämter ausgezeichnet hatte - ein deutlicher Unterschied zu den altpreußischen und kurmainzischen Ämtern.
Die Regierungen Halberstadts und Magdeburgs wurden mit dem Erwerb durch Brandenburg-Preußen ab 1648 in dessen mittelbehördliche Regierungen überführt, die für Hoheits-, Justiz- und Lehnssachen zuständig waren, aber kaum über selbstständige Entscheidungsbefugnisse verfügten. Umso mehr Macht besaßen die Kriegs- und Domänenkammern, die für die beiden ehemaligen Stiftsgebiete 1723 gebildet wurden. Die Magdeburger war zwar im Wesentlichen auf das ehemalige Erzstift beschränkt, brachte aber wegen der wirtschaftlichen, verkehrsmäßigen und militärischen Bedeutung Magdeburgs eine sehr umfangreiche Überlieferung hervor. Die Halberstädter Kriegs- und Domänenkammer war auch für die Grafschaften Hohnstein und Wernigerode zuständig. Die Altmark fiel hingegen in die Zuständigkeit der Kriegs- und Domänenkammer Potsdam, deren Überlieferung deshalb überwiegend im Brandenburgischen Landeshauptarchiv verwahrt wird.
Zu den Akten der Ober-, Mittel- und Unter- oder lokalen Behörden kommen für das Erzstift/Herzogtum Magdeburg und das Hochstift/Fürstentum Halberstadt die Überlieferungen der jeweiligen Landstände und der in beiden Territorien sehr zahlreichen geistlichen Korporationen: Domkapitel, Stifter und Klöster.
Gleichfalls zu den Überlieferungen der Vorgängerterritorien der Provinz Sachsen gehören die Bestände der Mittelbehörden des Königreichs Westphalen und des preußischen Zivil- und Militärgouvernements für die Provinzen zwischen Elbe und Weser.
Die Bestände sind größtenteils nach den aktenbildenden Stellen benannte Provenienzbestände (etwa „A 17 II: Kriegs- und Domänenkammer zu Halberstadt. Präsidialregistratur“), teilweise aber auch auf Territorien bezogene Pertinenzbestände (wie „A 13: Bistum und Fürstentum Halberstadt“ und der überwiegende Teil der Urkundenbestände). Einige überschreiten deutlich die Zeitgrenze von 1816.
Die kurmainzischen, kursächsischen und einige kleinere Aktenbestände lokaler Behörden werden am Standort Wernigerode archiviert, wohingegen die anderen Archivbestände des „Alten Archivs“ am Standort Magdeburg verwahrt sind. Alle Gattungen waren fast immer schon und zumindest grob nach Territorien geordnet; im elektronischen Erfassungssystem wurden sie dann 2009 konsequent in territorial ausgerichteter Tektonik durchstrukturiert.
 

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URL:https://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=231833
 
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