A 41 Kurmainzische Kammer (Landschreiberei) zu Heiligenstadt, 1685-1803 (Bestand)[Location: Wernigerode]

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Information on identification

Ref. code:A 41
Benutzungsort:Wernigerode

Form-/Inhaltsangaben

Title:Kurmainzische Kammer (Landschreiberei) zu Heiligenstadt
Dimensions W x H (cm):1685 - 1803
Running meters:5.90
Finding aids:Findbuch von 2005/06 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Im Laufe des 14. Jahrhunderts erfolgte auch im Mainzer Territorium die Trennung der Finanz- und Wirtschaftsverwaltung von den Gerichts- und Polizeiangelegenheiten. Erstere wurden eigenen Beamten, den Kellnern, übertragen. Es waren dies vielfach Geistliche bürgerlicher Herkunft. Auch auf dem Eichsfeld wurden solche Kellner in Duderstadt, Heiligenstadt, Langensalza und Greifenstein eingesetzt. Von diesen hatte der Kellner zu Duderstadt eine Oberaufsicht über die übrigen Finanzbeamten.

Für die beiden folgenden Jahrhunderte ist über die Weiterentwicklung der Eichsfelder Finanzverwaltung noch wenig bekannt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erscheint dann wieder der Landschreiber des Eichsfelds zu Heiligenstadt als oberster Finanzverwalter. Er zog die Einkünfte der landesherrlichen Güter sowie die regelmäßigen Abgaben und Gefälle ein. Da der Umfang der Geschäfte einen größeren Beamtenstab erforderte, wurde die Behörde 1777 in eine Kammer umgewandelt. Bereits 1794 stellte man, wohl aus Gründen der Einsparung, den vormaligen Zustand der Landschreiberei wieder her.

Diese war der Hofkammer in Mainz untergeordnet. Außer den bereits genannten Aufgaben hatte sie auch die Forstverwaltung zu beaufsichtigen. Nicht zu ihrem Ressort gehörte dagegen die Einziehung der Steuern, doch wirkte der Landschreiber als Leiter des ständischen Landsteueramts dabei mit. Die Befugnisse der Landschreiberei gingen, nachdem diese noch bis 1803 als Interimsbehörde tätig gewesen war, im gleichen Jahr an die aus der preußischen Organisationskommission hervorgegangene Finanz- und Polizeikommission über, die am 1. November 1803 in die Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt umgewandelt wurde.

Das Landsteueramt, dem der Landschreiber als Vertreter des Landesherrn vorstand, war eine ständische Einrichtung zur Einziehung und Verteilung der von den Landständen bewilligten Steuern. Es bestand seit dem 17. Jahrhundert aus je zwei Vertretern der Geistlichkeit, des Adels und der Städte sowie aus dem Steuerdirektor. Die Sitzungen dieses Gremiums fanden anfangs viermal, später zweimal im Jahr statt. Die Einziehung und Abrechnung der Steuern geschah bis 1681 durch ständische Einnehmer. Dann ernannte der Kurfürst einen Rentmeister, der die Steuern an das Kriegszahlamt in Mainz ablieferte. Die Überschüsse aus den Gefällen der Ämter fielen hingegen an das Kammerzahlamt, das daraus die Kosten für den Hof und die Landesverwaltung bestritt. 1803 wurden auch diese Aufgaben den neuen preußischen Behörden zugewiesen.
Bestandsinformationen:Von den offenbar umfangreichen Aktenbeständen dieser Behörde, für die 1742 ein eigenes kleines Archivgebäude errichtet worden war, ist nur wenig erhalten geblieben. Auch hier schienen in der westphälischen Zeit größere Vernichtungen vorgenommen worden zu sein. Nach 1816 gelangten die Reste dieser Bestände nach Erfurt, wo sie im Regierungsarchiv als Rep. A 36c aufgestellt wurden. Da hauptsächlich die Protokolle erhalten geblieben waren, vereinigte man auch die zur Genehmigung an die Hofkammer in Mainz eingereichten Abschriften dieser Protokolle, die 1819 von Aschaffenburg nach Erfurt abgeliefert worden waren, mit diesem Bestand. 1901 übernahm das preußische Staatsarchiv in Magdeburg die Unterlagen.

In den Jahren 2004/05 wurde das vorhandene handschriftliche Findbuch des Bestandes in eine Access-Datei retrokonvertiert. In diesem Zusammenhang wurden die Behörden- und Bestandesgeschichte erarbeitet. Des Weiteren wurden Korrekturen an der Bestandsgeschichte vorgenommen. Im Jahr 2006 erfolgte die Umsignierung des Bestandes mit fortlaufenden Nummern.

Im Juni wurde die vorhandene Access-Datei in das vorliegende Archivinformationssystem überführt.
Zusatzinformationen:Hinweise auf Literatur:

Falk, Otto Hans Ferdinand: Geschichte der kurmainzischen Behördenorganisation in Hessen und auf dem Eichsfeld vom 12. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, Marburg 1927.
Goldschmidt, F.: Zentralbehörden und Beamtentum im Kurfürstentum Mainz, Berlin/Leipzig 1908.
Haendly, Karl Paul: Das kurmainzische Fürstentum Eichsfeld im Ablauf seiner Geschichte, seine Wirtschaft und seine Menschen 897-1933, Duderstadt 1996.
Hensler, Erwin: Verfassung und Verwaltung von Kurmainz um das Jahr 1600 (Straßburger Beitrag zur neueren Geschichte, Bd. 2, Heft 1), Duderstadt 1909.
Jendorff, Alexander: Verwandte, Teilhaber und Dienstleute. Herrschaftliche Funktionsträger im Erzstift Mainz 1514-1647, Marburg 2003.
Wand, Arno: Das Eichsfeld als bischöflisches Kommissariat 1449-1999. Ein Amt macht Geschichte, Leipzig 2000.
Wolf, Johann/Löffler, Klemens: Politische Geschichte des Eichsfels, Duderstadt 1921.

Frühere Bezeichnung des Bestandes: Rep. A 41.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch (GR):
A 40 I Kurmainzische Regierung zu Heiligenstadt (mit Vorbehörden), 1488-1837 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 40 II Kurmainzische Regierung zu Heiligenstadt. Protokolle, Kommissionen, 1580-1803 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 40 III Kurmainzisches Oberlandgericht zu Heiligenstadt, 1657-1820 (Bestand)

siehe auch (GR):
Dd 11 Amt Gleichenstein, 1613-1809 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 39a Kurmainzische Hofkammer zu Mainz. Akten betr. das Eichsfeld, 1487-1829 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 47 I Preußische Kriegs- und Domänenkammer zu Heiligenstadt. Akten betr. das Eichsfeld, Mühlhausen und Nordhausen, 1315-1816 (Bestand)

siehe auch (GR):
Dd 4 Amt Bischofstein-Greifenstein, 1668-1817 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 36 Geheime Kanzlei (Kabinett) zu Mainz. Akten betr. Erfurt und das Eichsfeld, 1668-1792 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 38 Kurmainzische Lehnskanzlei zu Mainz, 1453-1795 (Bestand)

siehe auch (GR):
A 37a Kurmainzische Regierung (Hofrat) zu Mainz. Akten betr. das Eichsfeld, 1055-1804 (Bestand)
 

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URL: http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=5480
 
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