F 15 Oberbergamt Halle. Spezialia: Bergamt Wettin, 1560-1931 (Bestand)[Location: Wernigerode]

Archive plan context


Identifikation

Signatur:F 15
Benutzungsort:Wernigerode

Form-/Inhaltsangaben

Titel:Oberbergamt Halle. Spezialia: Bergamt Wettin
Laufzeit/Datum (detailliert):(1560 -) 1613 - 1931
Laufmeter:25.10
Findhilfsmittel:Findbuch von 1952, Überarbeitung 2006 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Mit Erlass des Bergwerksprivilegs durch Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg im Jahre 1691 wurde die Einrichtung von Bergämtern sowie die Bestellung des Berghauptmanns, der Bergrichter und Bergmeister bewilligt.
Vermutlich kam es in den darauffolgenden Jahren zur Einrichtung eines Bergamtes in Wettin, denn mit Erlass der Interims-Ordonnanz vom 22. Mai 1696, wurde das gewerkschaftliche Bergamt zu Wettin dem Oberbergdirektorium zu Cölln an der Spree unterstellt.

König Friedrich Wilhelm I. beauftragte am 24. April 1714 die Magdeburgische Amtskammer in Halle/S. mit der Oberaufsicht über das gewerkschaftliche Bergamt in Wettin. Nach Übertragung der Bergaufsicht an die Magdeburgische Amtskammer verpachtete der König am 25. Mai 1714 ungeachtet der Einwände der Mitgewerken sowie ohne Hinzuziehung des Wettiner Bergamts die Wettiner und Löbejüner Steinkohlenwerke an Oberamtmann Daniel Lohse in Giebichenstein und Obermühleninspektor und Amtmann Johann Paul Stecher in Rothenburg. Lohse und Stecher konnten laut Pachtvertrag Beamte des Wettiner Bergamts eigenständig ernennen und entlassen bzw. das bestehende Bergamt auflösen. Beide Pächter nahmen als erstes die Auflösung des alten und Einrichtung eines neuen Bergamts vor, deren königliche und gewerkschaftliche Interessen von der Magdeburgischen Amtskammer vereidigt wurden.
Bedingt durch die Verpachtung erfolgte eine Trennung von der Verwaltung der Rothenburger Kupferschieferwerke.
1731 fiel die Verwaltung der Wettiner und Löbejüner Steinkohlenbergwerk, trotz des bis 1732 bestehenden Pachtvertrages, an den Landesherren und damit an die Magdeburgische Kriegs- und Domänenkammer, Salz- und Bergwerksdeputation in Halle/S. zurück.

Mit Erlass der Magdeburg-Halberstädter Bergordnung am 7. Dezember 1772 wurde das Magdeburg-Halberstädter Oberbergamt zu Rothenburg errichtet. Jenes Oberbergamt übernahm die gesamte betriebliche und wirtschaftliche Leitung der in den Provinzen Magdeburg, Halberstadt und Hohenstein betriebenen staatlichen und privaten Berg- und Hüttenwerke, Steinbrüche, Torfmoore und Kalkbrennereien.

Lediglich die Bergämter zu Wettin und Rothenburg blieb die Selbständigkeit erhalten, denen aufgrund früherer Beleihungen die Aufsicht und Verwaltung des Kupferschiefer- und Steinkohlenbergbau im Saalkreis und der Grafschaft Mansfeld vorbehalten war.
Im Jahre 1788 wurde das Bergamt dem Salzdepartement des Generaldirektoriums in Berlin unterstellt. Mittels Reskript vom 17. Februar 1794 folgte die durch den Minister von Heynitz erlassene Unterstellung unter das Magdeburg-Halberstädter Oberbergamt zu Rothenburg, bis am 12. Dezember 1795 die generelle Auflösung des Bergamts Wettin zum 1. Januar 1796 beschlossen wurde. Noch bevor die Auflösung vollzogen werden konnte, führten Departementsveränderungen auf der Ebene der Zentralverwaltung zur Wiedereinrichtung und Separierung des Bergamts Wettin und der Zuordnung unter die Oberaufsicht der Generalsalzadministration in Berlin.
Im Jahre 1805 wurde dann letztendlich für das Bergamt Wettin, das im Jahre 1772 errichtete Oberbergamt zu Rothenburg zuständig. Zwischen 1807 bis 1813 gelangte auch Wettin an das Königreich Westphalen. 1815 wurde die von der westphälischen Regierung eingesetzte Berghauptmannschaft der Elbe-Division aufgehoben und bis zur Wiederherstellung des Oberbergamtes eine Oberbergamtskommission zwischen Elbe und Weser, mit Sitz vorerst in Rothenburg dann in Halle/S., zuständig.

An dem Unterstellungsverhältnis zum Oberbergamt, zunächst Rothenburg dann mit Sitz Halle/S., änderte sich nichts. Mittels Erlass vom 24. Januar 1853
wurden die Bergämter Kamsdorf und Wettin mit dem Bergamt zu Eisleben zum 1. Oktober 1853 vereinigt. Gebildet wurde ein Berggeschworenen-Revier Wettin und ab 1862/63 Berginspektion Wettin, diezuständig.

Ende April 1893 erfolgte die endgültige Auflösung der Berginspektion Wettin und der damit verbundenen Grubenkasse, nachdem im Februar die Einstellung des königlichen Steinkohlenbergwerks erfolgte.
Bestandsinformationen:Mit Verpachtung der Wettiner Steinkohlenwerke im Jahre 1714 ergab sich eine Trennung von der Verwaltung der Rothenburger Kupferschieferwerke.
1716 erhielten die Pächter Lohse und Stecher den Befehl, aus dem Wettiner Bergamtsarchiv alle zum Erz- und Schieferbergwerk gehörigen Briefschaften, Rechnungen und Nachrichten über Rothenburg und der dortigen Gewerkschaft auszuhändigen. Somit war die Grundlage für die Bildung einer neuen Registratur geschaffen.
Im Jahre 1794 befand sich die Registratur noch immer nicht in der "vorgeschriebenen Ordnung", so dass der Registrator Zimansky beauftragt wurde, diese herzustellen. Vermutlich vollzog der damalige Registrator die Arbeiten leidlich, denn 1815 wurde noch der "schlechte und unordentliche Zustand" der Registratur vermerkt.
Mit Unterstellung des Bergamtes Wettin unter wechselnder Oberaufsichten, z.B. der Generalsalzadminstration in Berlin sowie dem Königlich-Niedersächsischen Oberbergamt zu Rothenburg, traten nachweislich zahlreiche Aktenabgaben ein.

Eine grundlegende Umarbeitung der Registratur nach neuem Geschäftsgang erfolgte nach Genehmigung durch das Finanzministerium, Abteilung Bergwerks-, Hütten- und Salinenwesen im Jahre 1847. Diese war erforderlich geworden, nachdem zahlreiche Akten von den Privatbraunkohlengruben aus dem ehemaligen Königreich Sachsen nach Wettin gelangten. Die Registratur wurde in eine kurrente und eine reponierte Registratur unterteilt, ein Ordnungsmodell erstellt.
Aufgrund der Vereinigung der Bergämter Kamsdorf und Wettin mit dem Bergamt Eisleben im Jahre 1853, siedelte die Wettiner Registratur nach Eisleben über.
Bereits 1860 gab das Bergamt in Eisleben, zahlreiche Wettiner und Löbejüner Akten sowie Risse an das Oberbergamt in Halle/S. ab.
Mit Auflösung der Berginspoktion Wettin im Jahre 1893 gelangten auch jene Archivalien in die Registratur nach Halle.

Vom Landeshauptarchiv Magdeburg wurden in den Jahres von 1947 bis 1952 zahlreiche noch beim Oberbergamt Halle liegenden älteren Aktenbestände übernommen und mit früheren Ablieferungen sowie solchen unterer Bergbehörden zum Bergarchiv (F) vereinigt. Dabei wurde der Bestand des Oberbergamts auf mehrere Reposituren aufgeteilt. Dieses Verfahren wurde nahegelegt durch die Gliederung seines älteren Registraturwesens, wonach von den Generalia Unterregistraturen für die einzelnen Unterbehörden unterschieden und abgesondert waren, die fast alle dieselbe sachliche Gliederung aufweisen.
Jeder dieser durch den Anfangsbuchstaben der jeweiligen unteren Bergbehörde bezeichneten Teilregistraturen hat im Rahmen des Bergarchivs eine eigene Repositur erhalten, die jedoch als zum Oberbergamt gehörig deutlich gekennzeichnet wurde.

Das in Ermangelung älterer Verzeichnisse im Jahre 1952 neu angelegte Repertorium hat die vorgegebene Gliederung beinbehalten. Eine Überarbeitung des Findbuches erfolgte 2006.
Die Retrokonversion des Findbuches erfolgte 2008, deren Überarbeitung und Korrekturlesung sowie die Erstellung einer Bestands- und Registraturbildnerinformation im August 2015.
Zusatzinformationen:Verweise:
Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin

Literatur:
Die preussische Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung 1763-1865. Der Bestand Oberbergamt Halle im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, bearb. von Jens Heckl (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts ; 17), Magdeburg 2001.-
Cramer, H.: Darstellung der Hauptmomente in der Rechts- und Verwaltungsgeschichte des Steinkohlen-Bergbaues im Saalkreise der preußischen Provinz Sachsen bis zum Jahre 1851, Eisleben 1856.-
Pieper, W.: Die Entwicklung des Kohlenbergbaus im Gebiet um Halle bis zum Bau der Eisenbahn (Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie. Jahrbuch des Vereins Deutscher Ingenieure ; 16), Berlin 1926.-
Seifert, E.:  Das Bergamt von Wettin. In: Hallesches Monatsheft.- Kulturspiegel für Halle und Saalkreis ; (1961)5. - S. 220-221.-
Triebel: Geschichte der Königlichen Steinkohlengruben bei Wettin und Löbejün, H. 1-3, 1891.-
Über Braunkohle und Braunkohlen-Regal in dem Saalkreise und der Grafschaft Mansfeld, in Bezug auf die Besichtigung der Braunkohlenlager durch sachverständige Männer im September 1800. In: Magdeburg-Halberstädtische Blätter ; 1(1801), S. 16-41ff.-
Wulf, F.: Die technisch-wirtschaftliche Entwicklung des Wettin-Löbejüner Bergbaus mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergwerks Plötz, Würzburg 1933.-
Zwanziger, W.: Geschichte des Steinkohlenbergbaus im Saalkreis, Diss., Halle 1926.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch:
F 12 Bergamt Wettin, 1624-1904 (Bestand)

siehe auch:
F 13a Salz- und Bergwerksdeputation Halle, 1651-1810 (Bestand)

siehe auch:
F 20 Oberbergamt Halle. Spezialia: Saline Halle (mit Braunkohlenbergwerk Langenbogen), 1714-1930 (Bestand)

siehe auch:
F 75 Bergrevier West-Halle, 1778-1946 (Bestand)

siehe auch:
F 80 Bergrevier Halle, 1849-1949 (Bestand)

siehe auch (GR):
F 9 Bergvogtei Thüringen, 1518-1863 (Bestand)

siehe auch (GR):
F 13 Berg- und Hüttendepartement, 1624-1796 (Bestand)

siehe auch (GR):
F 17 Oberbergamt Halle. Spezialia: Bergvogtei Thüringen, Oberzehntamt Sangerhausen und Oberzehntamt Stolberg, 1392-1838 (Bestand)
 

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