H 138 Gutsarchiv Leitzkau (Althaus), 1274-1899 (Bestand)[Location: Wernigerode]

Archive plan context


Identifikation

Signatur:H 138
Benutzungsort:Wernigerode

Form-/Inhaltsangaben

Titel:Gutsarchiv Leitzkau (Althaus)
Laufzeit/Datum (detailliert):(1274) 1557 - 1899
Laufmeter:30.25
Findhilfsmittel:Findbuch; zum Teil unerschlossen
Registraturbildner:Leitzkau gehört zur Stadt Gommern, Lkr. Jerichower Land, Sachsen-Anhalt.

Leitzkau wird 995 erstmalig erwähnt und 1017 als wüster Hof des Bischofs von Brandenburg bezeichnet. 1138/39 gründete Bischof Wigger ein Prämonstratenserstift, das bis 1160 als Domkapitel eines in Leitzkau eingerichteten provisorischen Bischofssitzes fungierte. Vögte des Stifts waren die Markgrafen von Brandenburg, ab 1211 die Grafen von Arnstein(-Barby). Im 16. Jh. hatte sich die Lehnsherrschaft des Kurfürsten von Brandenburg verfestigt, der das Stift 1534 mit päpstlicher Bewilligung dem Domstift Brandenburg inkorporierte. 1773 wechselte Leitzkau als Teil des Ziesarschen Kreises im Rahmen eines Gebietstausches von Kurbrandenburg zum ebenfalls preußischen Herzogtum Magdeburg und gehörte 1816–1945 zur Provinz Sachsen.

Mit dem 1537 aufgelösten Stift belehnte Kurfürst Joachim II. von Brandenburg 1540 seinen Kämmerer Matthias von Saldern und dessen Vetter Asmus. 1559 verkaufte der Kurfürst die Stiftsgüter an seinen Bruder Johann von Brandenburg zu Küstrin, der 1564 den als Söldnerführer bekannten Hilmar von Münchhausen mit Leitzkau belehnte. Unter diesem begann die Umgestaltung der Klausur zu einer Schlossanlage im Stil der Weserrenaissance. 1679 entstanden durch Realteilung des Schlosses die Rittergüter Althaus und Neuhaus. Beide blieben bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 im Besitz verschiedener Zweige der Familie von Münchhausen.

Zum Althaus gehörten 1785 das Pfarrpatronat (alternierend mit Neuhaus) und die Patrimonialgerichtsbarkeit über den größeren Teil des Fleckens Leitzkau, während das Hospital gemeinsam verwaltet wurde.

Zum Besitzkomplex des Althauses zählten ferner das Vorwerk Hohenlochau samt Mühle sowie Dorf und Rittergut Hobeck. Im Jahre 1842 wird die Gerichtsbarkeit über den gesamten Flecken Leitzkau und das Patronat über die Stadtkirche dem Althaus zugeschrieben, während das Pfarrpatronat weiterhin alternierte.
Bestandsinformationen:Der Bestand umfasst das Archiv des Rittergutes Althaus Leitzkau, das 1909 als Depositum an das Staatsarchiv Magdeburg übergeben wurde.

Die Retrokonversion des im Jahre 1921 erstellten Findbuches erfolgte 2018. Im Zuge dessen wurde eine neue Gliederungsübersicht nach dem "Ordnungsmodell für den Bestandstyp Gutsarchive" unter Beibehaltung der alten Signaturen sowie ein neues Findbuch erstellt.
Zusatzinformationen:Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
 

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URL:https://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=4847
 
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