H 144 Gutsarchiv Mansfeld, 1512-1945 (ca.) (Bestand)[Location: Wernigerode]

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:H 144
Benutzungsort:Wernigerode

Form-/Inhaltsangaben

Hinweis:Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Title:Gutsarchiv Mansfeld
Dimensions W x H (cm):1512 - ca. 1945
Running meters:0.90
Finding aids:Findbuch von 2013 (online recherchierbar)
Registraturbildner:Mansfeld ist eine Stadt im Lkr. Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt.

Bauhistorische und archäologische Befunde belegen, dass bereits im 11./12. Jahrhundert am Standort des späteren Schlosses Mansfeld eine romanische Burg als Stammsitz der Grafen von Mansfeld bestanden hat. Nach Aussterben der Altmansfelder Grafenlinie 1229 wurde die neue Mansfeld-Querfurter Linie begründet.

Im 14. Jahrhundert wurden umfangreiche Baumaßnahmen an der Burg durchgeführt, in deren Folge sie Belagerungen von Bischof Albrecht von Halberstadt im Jahr 1342 und von Markgraf Friedrich III. von Meißen 1362 standhalten konnte.

In Folge von Erbteilungen unter den Grafen von Mansfeld in den Jahren 1420, 1430, 1450, 1495 und 1501 erfolgte auf dem Burgberg in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts der Bau von drei Renaissanceschlössern (Vorder-, Mittel- und Hinterort), die repräsentativ ausgestaltet wurden.

Zwischen 1517 und etwa 1549 wurden die drei Schlösser durch eine gemeinsame starke frühneuzeitliche Befestigung umschlossen, eine der stärksten Festungen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Infolge der immensen Verschuldung der Grafen erfolgte 1570 die Sequestration bzw. Mediatisierung ihrer Besitzungen, in die sich schließlich 1579 Kursachsen und das Erzstift Magdeburg (später Brandenburg-Preußen) teilten. Seit dieser Zeit begann der bauliche Verfall der Schlösser Hinter- und Mittelort. Einzig das Schloss Vorderort wurde weiterhin instand gehalten und bewohnt.

Trotz der wichtigen Rolle, die die Festung Mansfeld während des Dreißigjährigen Krieges gespielt hatte, wurde sie 1674/75 auf Beschluss der magdeburgischen und kursächsischen Landstände, vor allem aber auf Betreiben des sächsischen Kurfürsten weitgehend geschleift.

Nachdem Karl Adolph Freiherr von der Recke (1809-1883) 1859 den Schlossberg samt der Ländereien und dem Amt Leimbach vom preußischen König erworben hatte, errichtete er auf Teilen des Vorgängerbaus des Schlosses Vorderort zwischen 1860 und 1862 einen neugotischen Bau, welcher der Familie von der Recke (Reck) bis zur Enteignung 1945 als Wohnhaus diente.

Das Schloss wurde 1947 der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen als "Luther-Traditionsstätte" vom Land kostenlos für die Nutzung durch das Evangelische Jungmännerwerk (später Christlicher Verein Junger Menschen - CVJM) übergeben.

Heute befindet sich im Schloss Mansfeld eine Christliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte des Fördervereins Schloss Mansfeld e.V.
Bestandsinformationen:Der Bestand wurde durch zwei Ablieferungen (1967, 1971) des kirchlichen Tagungs- und Rüstzeitenheims im Schloss Mansfeld durch das Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt übernommen.

Bis zur Erschließung des Bestandes im Jahr 2013 war er nur durch das "Verzeichnis der Tagebücher und familiengeschichtlichen Unterlagen der Familie von der Recke auf Schloss Mansfeld von Ottilie von der Recke" (Nr. 61) zugänglich.

Von Ende Oktober bis Anfang November 2013 erfolgte die komplette Erschließung und Kartonierung des Bestandes, wodurch der Umfang des Bestandes von 0,70 auf 0,90 laufende Meter anwuchs.

Die Überlieferungen des Bestandes beschränken sich auf wenige Unterlagen zur Patrimonialgerichtsbarkeit und Archivalien über die Familie von der Recke (Reck).

Der Bestand wird auf Grundlage eines 2013 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen:Literatur:

Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Becker, H.: Stadt und Burg Mansfeld zur Zeit der Reformation, Mansfeld 1897.
Jankowski, Günter: Mansfeld. Gebiet - Geschlecht - Geschichte. Zur Familiengeschichte der Grafen von Mansfeld, Luxemburg 2005.
Krumhaar, K.: Versuch einer Geschichte von Schloß und Stadt Mansfeld, Mansfeld 1869.
Petzschmann, Ulf: Mittelalterliche Vorgängerbauten und jüngere Befunde auf Schloß Mansfeld, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung Heft 10 (2001), S. 7-32.
Roch(-Lemmer), Irene: Die frühneuzeitlichen Festungen Mansfeld und Heldrungen in ihren Beziehungen zu Bayern und Hessen, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung Heft 1 (1992), S. 52-61.
Roch-Lemmer, Irene: Die Bestückung der Festung Mansfeld im 16. und 17. Jahrhundert, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung Heft 6 (1997), S. 148-159.
Roch-Lemmer, Irene: Mansfeld, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, Bd. 15 IV, Teilband 2, Ostfildern 2012, S. 976-981.
Roch-Lemmer, Irene: Zum Schaffen des Hamburger Architekten Maximilian Wallenstein in Mitteldeutschland, in: Von Schinkel bis van de Velde. Architektur- und kunstgeschichtliche Beiträge vom Klassizismus bis zum Jugenstil, 2005, S. 221-236.
Roch-Lemmer, Irene: Schloss Mansfeld, in: Schnell, Kunstführer Nr. 2260, neu bearb. Auflage, Regensburg 2013.
Stahl, Andreas: Die Burgen und Schlösser der Grafschaft Mansfeld en miniature, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung Heft 19 (2010), S. 396-417.
Stahl, Andreas: Mansfeld, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Grafen und Herren, Bd. 15 IV, Teilband 2, Ostfildern 2012, S. 965-971.
 

Related units of description

Related units of description:siehe auch (GR):
Db 19 Stadtgericht Mansfeld, 1741-1819 (Bestand)
 

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URL: http://recherche.landesarchiv.sachsen-anhalt.de/Query/detail.aspx?ID=4749
 
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