I 81 Rabbethge und Giesecke AG, Zuckerfabrik, Saatzucht und Rübenanbau, Klein Wanzleben, 1823-1979 (Bestand)[Location: Magdeburg]

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Information on identification

Ref. code:I 81
Benutzungsort:Magdeburg

Form-/Inhaltsangaben

Title:Rabbethge und Giesecke AG, Zuckerfabrik, Saatzucht und Rübenanbau, Klein Wanzleben
Dimensions W x H (cm):1823 - 1958,1968, 1972,1979
Running meters:9.40
Finding aids:Findkartei
Registraturbildner:Handwerker sowie Land- und Gastwirte gründeten 1838 unter dem Namen "Wallstab & Co." eine der ältesten Rübenzuckerfabriken auf deutschem Gebiet in Klein-Wanzleben. 1864 befand sich die Firma vollständig im Besitz der Familien Rabbethge und Giesecke und firmierte als offene Handelsgesellschaft "Rabbethge & Giesecke". 1885 erfolgte die Umwandlung des Familienunternehmens in die Aktiengesellschaft "Zuckerfabrik Klein-Wanzleben vorm. Rabbethge & Giesecke AG", die sich 1937 in "Rabbethge & Giesecke AG, Klein-Wanzleben" umbenannte. Großaktionäre blieben die Familien Rabbethge, Giesecke und Büchting.
Der Zweck der Gesellschaft war die Gewinnung von Zucker aus Rüben und Melasse, die Zucht von Rübensamen, Saatgetreide und Kartoffeln einschließlich der Verwertung der Zuchtergebnisse, der Rübenanbau und der Betrieb von Landwirtschaft. Das Unternehmen gliederte sich entsprechend in die drei Hauptabteilungen: Zuckerfabrik, Zuckerrübenzucht und Landwirtschaft.
Die Zuckerfabrik lieferte den Zucker als Mitglied in der Magdeburg-Braunschweiger-Rohzuckervereinigung an die Zuckerraffinerien Magdeburg und Tangermünde zur Weiterverarbeitung.
Matthias Rabbethge jun. hatte die Zuckerrübensamenzucht in Klein-Wanzleben mit der Selektion von Zuckerrüben 1859 aufgenommen. Sie gilt als die älteste methodische Zuckerrübenzucht in Deutschland und entwickelte sich zur führenden Forschungsstätte im In- und Ausland. Das Rübensamengeschäft deckte zeitweise annähernd die Hälfte des Weltbedarfs an Zuckerrübensamen. Ab 1930/31 stand ein modernes Forschungsinstitut zur Verfügung.
Die "Rabbethge & Giesecke AG, Klein-Wanzleben" wurde ab Sept. 1945 enteignet. Die 1946 aus der Aktiengesellschaft herausgelöste Rohzuckerfabrik unterstand nach der Überführung des sequestrierten Betriebes in Landeseigentum zunächst den Industrie-Werken Sachsen-Anhalt in Halle, dann der neugegründeten VVB Zuckerindustrie Sachsen-Anhalt, Halle. Der landwirtschaftliche Bereich und der Saatzuchtbetrieb der Aktiengesellschaft wurden mit Wirkung vom 1. April 1946 als Provinzial-Saatzuchtwirtschaft Kleinwanzleben der Deutschen Saatzucht-Gesellschaft Berlin zur Bewirtschaftung übertragen. Mit der Herausnahme aller Institute und aller auf dem Gebiet der Saatzucht tätigen Betriebe aus der Deutschen Saatzucht-Gesellschaft im Jahr 1950 erfolgte die Übergabe des Saatzuchtbetriebes Kleinwanzleben an die Vereinigung Volkseigener Güter und seine Umwandlung in ein Saatzuchthauptgut (aus dem später der VEB Saat- und Pflanzgut Kleinwanzleben und der VEB Industrielle Rindermast Kleinwanzleben hervorgingen). Das am 1. Jan. 1952 gebildete Institut für Pflanzenzüchtung (später: Rübenforschung) wurde der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin zugeordnet.

(Quelle: Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer, Bd 3, München 1999)
 

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