I 588 VEB Bau- und Montagekombinat Chemie Halle (Saale), 1954-1972 (Bestand)[Location: Merseburg]

Archive plan context


Information on identification

Ref. code:I 588
Benutzungsort:Merseburg

Form-/Inhaltsangaben

Hinweis:Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Title:VEB Bau- und Montagekombinat Chemie Halle (Saale)
Dimensions W x H (cm):1954 - 1972
Running meters:75.90
Finding aids:Findbuch 2015, Ablieferungsverzeichnis
Registraturbildner:Das VE Bau- und Montagekombinat Chemie Halle entstand am 1. Jan. 1959 entspr. Beschluss der Chemiekonferenz, des ZK der SED und der Staatlichen Plankommission der DDR vom November 1958 durch Zusammenlegung von Baustellen einiger, bis dahin kreisgeleiteter, Baubetriebe und war zunächst dem Ministerium für Bauwesen der DDR direkt unterstellt, ab 1. Jan. 1961 der VVB Industrie- und Spezialbau.
Zusammengeführt wurden zunächst Baustellen
- des VEB Ingenieurtiefbau Brandenburg, des VEB (K) Bau Merseburg und des VEB Kreisbaukombinat Weißenfels im VEB Leuna-Werke,
- des VEB Montagebau Berlin/Bau Berlin, des VEB (K) Bau Halle und des VEB Bau-Union Halle im VEB Chemische Werke Buna,
- des VEB Bau-Union Halle im VEB Gipsschwefelsäurefabrik II, VEB SuS Coswig/Anhalt, VEB Mineralölwerk Lützkendorf-Krumpa, im VEB Filmfabrik Wolfen und im VEB Hydrierwerk Zeitz,
- des VEB (K) Bau Roßlau im VEB Deutsches Hydrierwerk Rodleben,
- des VEB (K) Bau Bitterfeld und des VEB Bau-Union Halle im VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld und im VEB Farbenfabrik Wolfen.
Die Baustellen im Stickstoffwerk Piesteritz und im Gummiwerk Elbe des VEB (K) Bau Lutherstadt Wittenberg (Kreisbaubetrieb) wurden dem Kombinat per 30. Juni 1959 als Betriebsteile zugeordnet, 1960 der VEB Bagger- und Förderarbeiten Leipzig und die Betriebsberufsschule "Ernst Thälmann", kurzzeitig (1960/61) der VEB Säurebau Leipzig sowie der überwiegende Teil des VEB Bau-Union Halle ab 1. Jan. 1961.
Ausgegliedert wurde 1960 die Baustelle (Betriebsteil) im VEB Chemiefaserkombinat Guben zum VEB BMK Kohle und Energie, Hoyerswerda, und die Baustelle (Betriebsteil) im Erdölverarbeitungswerk Schwedt zum VEB Industriebau Ost (IBO) Frankfurt/Oder.

Hauptaufgabe des Kombinats war, die besonders im Raum Halle konzentrierten, strukturbestimmenden Bauinvestvorhaben der Chemiebranche in industrieller Bauweise als Hauptauftragnehmer (HAN) zu realisieren.
Spezialbereiche wurden im Laufe der Zeit der Montage-, Gleit- Erd- und Tiefbau.

1963 übergab das Kombinat die Bauleitungen im Chemiewerk Coswig und im Deutschen Hydrierwerk Rodleben an den VEB (K) Bau Roßlau und die Baustellen Stickstoffwerk Piesterritz (einschl. Industriekraftwerk), Gummiwerk Elbe und Wasserwirtschaft Wittenberg (Wasserwerk West) an den VEB (K) Bau Wittenberg.
Den Bereich Gleisbau des ehem. VEB Bau-Union Halle übernahm der VEB Gleis- und Weichenbau Bitterfeld, den Bereich Brückenbau der VEB Bau-Union Bernburg.

Durch Ministerratsbeschluss vom 14. Juni 1963 entstand zum 1. Jan. 1964 der VEB Bau- und Montagebaukombinat Chemie Halle(-Magdeburg) als Leitbetrieb zur Vorbereitung und Durchführung der Großbauten der Chemie in den Bezirken Halle und Magdeburg, mit den Betriebsteilen Leuna I+II, Magdeburg, Merseburg, Eisleben und Bitterfeld-Wolfen.
Gleichzeitig wurden die bis dahin eigenständigen Baubetriebe VEB (K) Bau Artern, VEB (K) Baukombinat Bernburg, VEB (B) Tiefbau-Union Bernburg, VEB Industriebau-Union Eisleben, VEB (K) Bau Hohenmölsen, VEB (K) Bau Köthen, VEB (K) Querfurt, VEB (K) Baukombinat Magdeburg Abt. Industrie- und Ausbau, VEB Bau-Union Magdeburg, VEB (K) Roßlau, VEB (K) Staßfurt, VEB (K) Wittenberg, VEB (K) Bau Wernigerode, VEB (K) Bau Zerbst und VEB (K) Bau Zeitz dem neuen Kombinat angegliedert.

Anfang 1968 entstand aus dem Teilbetrieb VEB Industriebaukombinat Magdeburg in Verbindung mit dem VEB Industrieprojektierung Magdeburg ein neues (bezirksgeleitetes) Kombinat.
Zeitgleich erfolgte die Angliederung des VEB Industrieprojektierung Halle (später Betriebsteil Projektierung und Technologie, Behälterbau) und wenig später (1969) des VEB Industrieprojektierung Dessau (spezialisiert auf Silobauten) an den VEB Bau- und Montagekombinat Chemie Halle.

Anfang der 1990er Jahre trat die Hallesche Mitteldeutsche Bau AG (HMB) die Nachfolge des VEB an. Seit 1993 gehört sie zur Fa. TEKFEN.
Bestandsinformationen:In mehreren Ablieferungen übergab zwischen 1979 und 1986 das Verwaltungsarchiv des VEB Bau- und Montagekombinat Chemie Halle durch Karteikarten und Ablieferungslisten erschlossenes Archivgut an das damalige Staatsarchiv Magdeburg.
Der Bestand kam 1993 von dort zum neugegründeten Landesarchiv Merseburg (heute Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg).
1993 und 1995 übergab die Hallesche Mitteldeutsche Bau AG weiteres über Abgabelisten erfasstes und 5,6 lfm noch völlig unbearbeitetes Schriftgut des ehemaligen VEB an das damalige Landesarchiv Merseburg.
2013 retrokonvertierten Praktikanten die Bestandsgliederungsgruppen im Verzeichnungsprogramm scopeArchiv.
2015 erfolgte die Retrokonversion der vorliegenden Kartei (=Teil 1) ohne nennenswerte Korrekturen.
Zusatzinformationen:Im März 1946 beschloss die KPD das Programm für den Neuaufbau der Wirtschaft, mit dem auch in den halleschen Baubetrieben die Arbeit neu organisiert und wieder in Gang gesetzt werden sollte.
Die Vorgängerfirmen (Grün & Bilfinger, Philipp Holzmann, Hochtief, Wayss & Freitag, Allgemeiner Hoch- und Tiefbau, Carl Brandt) des am 1. Jan. 1948 geschaffenen VEB Bauindustrie Mittelland waren zuvor unter Sequester gestellt und in Volkseigentum übergeben worden. Bereits am 25. Sept. 1947 erfolgte die Eintragung vorab im Handelsregister Halle unter der Bezeichnung Industriewerke Sachsen-Anhalt - Bauindustrie Mittelland.
Die Belegschaft der aufgelösten Firma Hartenstein & Wutzler wurde zum 1. Juli 1948 durch die Industriewerke übernommen. Ab 1. Aug. 1948 kamen die enteigneten Niederlassungen verschiedener, jetzt westdeutscher, Bauunternehmen (Siemens-Bau-Union GmbH, Peter Bauwens KG, Huta Hoch- und Tiefbau AG Breslau) und die Firma Neuzeitlicher Straßenbau hinzu. Die volkseigenen Betriebe Bernburger Industriebau, Tiefbaubetrieb Dessau, Baubetrieb Nordharz Osterwieck, Tief- und Straßenbau Lauchhammer, Mitteldeutscher Wegebau Halle und der Bohr- und Brunnenbau Hohenthurm gliederte man dem VEB zum 1. Jan. 1949 an.

Zunächst (1948) war der Betrieb den Industriewerken Sachsen-Anhalt Werksgruppe Bau unterstellt, 1948/49 der VVB (L) der Bau- und Baustoffindustrie Sachsen-Anhalt und 1949/50 der VVB (L) Bau Sachsen-Anhalt bzw. der VVB (Z) Bau-Union Mitte Magdeburg.

Aufgrund der Verordnung zur Reorganisation der volkseigenen Wirtschaft vom 22. Dez. 1950 wurde der VEB Bauindustrie Mittelland aufgelöst und zum 1. Jan. 1951 in den VEB Bau-Union Halle eingegliedert (bestand bis 31. Dez. 1960). Dazu kamen am 1. März 1951 die Firmen Holzbau Otto, Gleis- und Weichenbau Halle sowie die Niederlassung der Fa. Dücker & Cie. in Halle.

Zu den Aufgaben des Betriebes gehörten neben dem Entwurf und der Planung auch die bauliche Ausführung von Industriebauten in Stahlbeton außerdem Erd-, Bagger-, Beton- und Mauerwerksarbeiten, sowie der Brücken-, Hoch-, Straßen-, Wasser-, Talsperren- und Flussregulierungsbau.
 

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